Donnerstag, 9. Juli

Wir sind tatendurstig. Oder besser: Herrliche Motorradstrecken ziehen uns magisch an. Unten an den Fjorden und hoch oben auf den Fjells. Dazwischen Serpentinen und Kurven, Kurven, Kurven.

Zunächst aber beginnt der Tag mit einem für Norwegen typischen Erlebnis: Vor der Dusche am Campingplatz steht eine kleine Box, mit der Bitte, 10 Kronen einzuwerfen. Keinerlei Kontrolle oder komplizierte Automaten wie sonstwo auf der Welt. Wunderbar!


Erster Halt nach wenigen hundert Metern. Überall Fingerhut. Ein herrliches Farbenspiel. Die KTM passt gut hinein.

Schon nach wenigen Kilometern ändert sich die Landschaft. Es schaut aus wie in der Tundra. Im Hintergrund schon die Serpentinen, die uns magisch anziehen.

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Oben angekommen, erwartet uns mal wieder Schnee. Viel Schnee! Ob der dieses Jahr nochmal taut? Ansonsten steht uns eine neue Eiszeit bevor ;) Jedenfalls fühlt es sich jetzt so an. Das Thermometer pendelt zwischen 2 und 5 Grad.



Es geht wieder runter. In einem lieblichen Tal eine Stabkirche. Im frühen Mittelalter ganz aus Holz errichtet.

Aber schnell ist es vorbei mit der Lieblichkeit. Es geht wieder in die Berge. Wieder Serpentinen und noch mehr Schnee. Zuvor aber müssen wir noch einen Fjord per Fähre überqueren. Eine kleine Pause in der Sonne gibt uns die Energie für das kommende.








Am Ende des Tages gibt es noch eine Belohnung. Ein herrlicher Regenbogen.

Mittwoch 8. Juli

Es ist trübe, als wir packen. Danach geht es wieder durch Obstbaumplantagen am Fjord entlang Richtung Bergen. Erstaunlich, was hier oben im Norden noch so alles wächst. Naja, der Golfstrom. Aber leider bringt er nicht nur Wärme, sondern auch Regen. Und so müssen wir schon nach 10 Minuten wieder anhalten und unsere Regensachen anziehen.


Als wir Bergen erreichen, wird das Wetter besser. International das Menschengedränge am Fischmarkt, der längst zu Tourismusattraktion geworden ist. Japananer, Italiener, Israelis, ...... 


Und dennoch strahlt das alte Viertel mit Häusern aus Zeiten der Hanse eine unglaubliche Ruhe aus. Einfach nett.







Innen durchaus modern ;)


Nach fast einer Woche unterwegs, genießen wir ein wenig die Stadtluft. Trinken ein Bier, essen etwas, schauen dem Treiben zu. Auch mal schön. Ich kaufe mir auch noch eine zweite Fliessjacke, da ich mich leider auf einen Sommerurlaub eingestellt habe. Auch für norwegische Verhältnisse ist es unverhältnismäßig kalt. Wir merken gar nicht, wie die Zeit vergeht.Als wir beschließen weiter zu fahren, müssen wir auch schon fast einen Campingplatz suchen. Irgendwo im Hinterland biegen wir in ein kleines Tal ab. Camping Mestadt. Wunderschön hier. Ein Geheimtipp.

Dienstag, 7. Juli

Es regnet nicht mehr. Von Sommer zu sprechen wäre allerdings auch ziemlich übertrieben. Wir packen die Motorräder und machen uns bei weitgehend trockener Straße wieder auf den Weg. Als erstes kommen wir direkt an der Straße an einer alten Wassermühle vorbei.



Auf herrlichen Motorradstrecken geht es weiter, bis wir schon wieder zu einer Mühle kommen. Diese gehört zu einem Freilichtmuseum. Wunderschön gelegen und frei zugänglich. Auf jeden Fall eine eingehende Besichtigung wert.








Es ist schon einmalig, diese Vegetation auf den Dächern zu sehen.

Das ganze liegt eingebettet in einen romatischen Wald, in dem alles voll mit Moos oder Flechten ist. Einfach wunderschön-



Hatten wir bis hierhin immerhin noch im weitesten Sinne ein Sommergefühl, so ändert sich das kurz danach gänzlich. Es wird immer kälter und die Route führt uns in ein Skigebiet, in dem immer noch Schnee liegt. Norweger erzählen uns, dass es das kälteste Frühjahr seit 60 Jahren gewesen wäre. Manche sprechen gar von 90 Jahren.


Dieses bisschen Schnee ist aber noch nicht alles. Auf den Fjells liegt die weiße Pracht noch meterhoch. Und weil es nun ja doch zumindest gelegentlich etwas sommerliche Temperaturen gibt, sind die Schmelzwässer gewaltig.


Aber typisch für Norwegen: Nur wenige Kilometer weiter ändert sich die Landschaft wieder einmal. Sie wird lieblich. Obstbäume wie im Südtirol und im Hintergrund die vergletscherten Berge. Krasser kann der Gegensatz nicht sein.








Wir sind inzwischen kurz vor Bergen. Es wird um diese Jahreszeit kaum noch dunkel. Die Stimmung auf unserem Campingplatz direkt am Fjord ist einmalig.

Montag, 6. Juli

Nach dem gestrigen Tag mit wunderbarem Wetter, regnet es heute morgen. Die Wanderung auf den Kjerjagbolten fällt im wahrsten Sinn des Wortes "ins Wasser". Der landschaftliche Eindruck des Lysefjords  ist umso überwältigender. Nebel, Wasserfälle und schroffe Felswände wirken bedrohlich und gleichzeitig faszinierend. Unser Plan, die Fähre von Lysebotn nach Forsand zu nehmen, erweist sich als genial. Es ist trocken und wir können den wolkenverhangenen Fjord bewundern.




Auf halber Strecke nach Forsand legt die Fähre an und entlässt die ersten Fahrzeuge. Wir hatten das vorher gar nicht auf der Karte gesehen. Im Nachhinein sehen wir, dass die Fv661 von hier Richtung Norden führt. Wenn man Google Streetview glauben kann, durch eine wunderbare Landschaft. Schade. Aber gibt es beim nächsten Mal etwas neues zu erkunden.

Bevor wir in Forsand anlegen, kommt uns noch ein Segler entgegen. Vielleicht etwas kitschig, aber irgendwie doch auch toll. Auf alle Fälle passt er toll zu Landschaft, Wetter und Stimmung.


Es regnet immer noch. Kein Gedanke daran auf den Preikestolen zu Wandern. So entscheiden wir uns, die 13 weiter Richtung Norden zu fahren. Hinter Forsand verfahren wir uns erst einmal. Immerhin ist der Weg zurück zur 13 ausgeschildert. So fahren wir über kleinste Schotterwege weiter. Am Wegesrand schauen uns die Schafe zu. Ihnen machen Regen und Nebel offensichtlich nicht das geringste aus. Auch ein Erlebnis!



Das Wetter ändert sich den ganzen Tag nicht. Am Abend ist alles feucht und klamm. Wir entscheiden uns diesmal nicht das Zelt aufzustellen sondern eine Hütte zu mieten. Schön gemütlich da drin :). Und am nächsten Morgen alles wieder trocken.


Das mit dem Blog unterwegs war ja wohl nichts ;)

Ich habe es ja schon in meinem letzten Beitrag gesagt: Regelmäßig im Blog zu schreiben, war nicht einfach. Habe daher kurzerhand beschlossen, einfach Land und Leute zu genießen und mich um die ganze Technik nicht zu kümmern. Aber Bilder habe ich jede Menge gemacht und tausend Erinnerungen im Kopf. Damit werde ich, immer wenn ich mal Zeit habe, die Reise im Nachhinein hier beschreiben.

Vorab mal eine kleine Statistik: 4 Wochen unterwegs, 9.300 Km, 9 Länder:
Dänemark - Norwegen - Finnland - Estland - Lettland - Litauen - Polen - Slowakei - Tschechien.

Ganz unterschiedliche Landschaften. Tiefe Fjorde und krasse Berge in Norwegen, Flachland, Wälder und Seen in Finnland. Dann wieder Berge im Süden Polens und in der Slowakei. Insgesamt unglaublich viele Eindrücke und Erlebnisse mit ständig wechselnden Stimmungen. Ich hoffe, es gelingt mir diese Vielfalt in Sprache umzusetzen. Also schaut in den nächsten Wochen immer mal wieder hier vorbei. Stück für Stück werde ich die Berichte ergänzen.

Montag, 6. Juli - Regen, Zeitmangel und schlechtes Netz

Es regnet. Unsere Wanderungen zu Kjerjag und Preikestolen fallen Wort wörtlich in Wasser. Dafür ist die Fährfahrt durch den Lysefjord wunderschön. Wir haben die Touristenfähre genommen. Sie fährt etwas länger, steuert aber die sehenswerten Dinge an. Eine faszinierende Landschaft.

So, das ist die Einleitung des heutigen Tages. Ich schreibe sie sechs Tage später. Irgendwie ergab sich nie eine Möglichkeit zu schreiben. Entweder war das Netz zu langsam, oder es regnete und der PC musste in der Packtasche bleiben oder ganz einfach, wir kamen erst spät abends an und dann braucht man auch mal etwas Ruhe. Naja. wie auch immer: Heute morgen, also am 12. Juli bin ich etwas fleißiger und schreibe was. Da wir heute aber gut 500 km bis Mo i Rana vor uns haben, werde ich erstmal nur ein paar Bilder einstellen. Text kommt dann später in ruhiger Minute


Sonntag, 5. Juli

Wir sind früh auf den Beinen. Nach einem erfrischenden Bad im See und einem herzhaften Frühstück geht es in Richtung Lysebotten. Die Strecke ist, vor allem im Bereich des Lysevegen sicherlich einer der Highlights einer jeden Norwegen-Tour. Alles ist dabei. Temperaturen um 28 Grad, Schnee und Eis, liebliche Hügel und schroffe Berge.

Man kann diese Fahrt von 260 Km nicht mit Worten beschreiben. Auch Photos geben das Gesehene nur in Bruchstücken wieder. Man muss es einfach erlebt haben. Also: Nachmachen ist angesagt ;)  

Und weil man nach so einem Tag einfach auch mal seine Gedanken schweifen lassen muss, werde ich mich darauf beschränken ein paar Bilder zu zeigen. In den nächsten Tagen folgen noch mehr.




Samstag, 4. Juli

Ein Bad im See ist besser als eine Dusche. Danach brechen wir frisch auf nach Hirtshals. Kaum haben wir den Campingplatz verlassen, entdecken wir einige alte Weiden, die, sozusagen als Schmarotzer, Stachelbeerbüsche beherbergen.




In Haithabu, einer alten Wikingersiedlung bei Schleswig machen wir die erste größere Pause. Das Museum und das Museumsdorf sind einen Besuch wert. Lohnenswert!


 

Nach einer endlos erscheinenden Autobahnetappe erreichen wir Hirtshals. Der Ticketkauf und das Einchecken sind schnell erledigt. Lange müssen wir nicht warten. Auch die Überfahrt nach Kristiansand geht zügig in 3h über die Bühne. um 00:00 kommen wir an. Die Suche nach einem geeigneten Übernachtungsplatz erweist sich im Umfeld einer Stadt wie immer schwer. Aber schließlich finden wir ein ruhiges Plätzchen mitten auf einem Forstweg. Das Wetter ist optimal. Es ist warm und trocken und so kann ich ohne Schlafsack schlafen. Nur die Mücken .....




 

Freitag 3. Juli

Wir sind losgefahren. Im Gegensatz zur ursprünglichen Planung machen wir die Tour im Uhrzeigersinn. Das Wetter in Norwegen soll die nächsten zwei Wochen schön werden. Das muss man ausnutzen. 

Vom ersten Tag gibt es vor allem eines zu berichten. Ein unheimliche Hitze. Gelegentlich zeigte das Thermometer fast 40° an. Dazu die üblichen Freitag Staus. So mussten wir fast stündlich eine Pause machen und es dauerte recht lange, bis wir endlich unsere Zelte auf einem Campingplatz am Stocksee in der Nähe von Plön aufbauten. Wunderschön hier. Ein Naturplatz wo sogar abends ein Fuchs vorbei schaute und mein Brot klaute. 


Noch eins. Ich werde jetzt einfach jeden Tag einen recht einfachen Beitrag mit ein paar Bildern schreiben. Wenn wir wieder zurück sind, gibt es den ausführlichen Bericht. Und noch ein Hinweis. Ich schreibe die Artikel mit einem Tablet. Schlechte Formatierung und Rechtschreibfehler nicht ausgeschlossen ;)

Viel Spaß dabei, wenn ihr unsere Tour verfolgt

Polen-Baltikum-Skandinavien_2015

Die Planung für den Sommerurlaub 2015 hat begonnen.  Ab dem 3 Juli geht es entlang der polnischen Südgrenze nach Osten. Ein kurzer Abstecher in die Ukraine bringt uns nach Lemberg, bevor es dann wieder durch Polen ins Baltikum geht. Von Tallin nehmen wir die Fähre nach Helsinki und fahren weiter nach Norden um letztlich entlang der norwegischen Küste den Heimweg anzutreten. 

Wir, das sind ...? Ich weiß es noch nicht. Das Team bildet sich gerade und ich bin gespannt, wer sich letztlich für diese Tour findet. Es werden etliche Kilometer werden. Je nachdem, wie weit wir nach Norden fahren, kommen wir auf über 10.000. Wahrscheinlich sind vier Wochen zu knapp um auf dieser Route ganz zum Nordkapp zu fahren. Daher werden wir wohl etwas abkürzen und ganz grob die unten dargestellte Route fahren