Sommertour 2014

4 Wochen und 8.000 Km durch Südosteuropa

17. Juli Auf Homers Spuren: Wir fahren nach Troia

Die Nacht in Bandirma haben wir in einem erst drei Jahre alten Luxushotel verbracht. Dennoch waren die Preise nicht höher als die ganzen Tage zuvor. Und das Frühstück war einfach Spitze. So gestärkt machen wir uns auf den Weg zu den Dardanellen nach Canakkale am Ende des Marmara Meeres. Hinter Bandirma geht es durch eine schöne und gepflegte Hügellandschaft, wo besonders die Regelmäßigkeit der Olivenbaumpflanzungen auffällt.



Erneut eine Panne. Diesmal hat es mich erwischt. Trotz der gut ausgebauten Straße fahre ich schon die ganze Zeit langsam. Irgendwas stimmt nicht. Das Motorrad liegt unruhig auf der Straße. An der nächsten Tankstelle halte ich an um mit die Sache zu beschauen. Luftdruck hinten in Ordnung. Dann mal sehen, wie es vorne ist. Als ich das vordere Ventil leicht berühre, fliegt mir etwas um die Ohren. Was war das? Das Zischen macht es sofort unmissverständlich klar: Das Ventil ist im oberen Bereich abgebrochen. Wahrscheinlich ein Folgeschaden von einem kleinen Ast, der mir in Rumänien zwischen die Speichen geraten war. Zum Glück habe ich einen neuen Schlauch und Montiereisen dabei.





Nachdem wir das Motorrad mit in der Nähe liegenden Ziegeln aufgebockt haben, kann ich das Vorderrad ausbauen und den Schlauch herausholen. Martina hat inzwischen junge Katzen gefunden, die sich sehr für den unerwarteten Besuch interessieren.


Auch wenn es bei der Hitze eine ziemliche Rackerei ist, dauert es nicht lange bis der neue Schlauch eingebaut ist. Toll die Gastfreundschaft des Tankwarts. Der kommt erst einmal mit Tee vorbei und bewirtet uns. Bevor wir weiter fahren mache ich noch ein Photo von der Minimoschee mit ihrem rostigen Minarett. Später sehe ich, dass ähnliche Gebäude fast an jeder Tankstelle zu finden sind.


Da die große Hauptstraße von Bandirma nach Canakkale etwas langweilig ist, biegen wir bei Biga ins Inland ab. Es geht durch eine nette Gegend und es wird von Kilometer zu Kilometer heißer. Wir müssen mehrere Pausen machen.


Jan scheint auf Esel zu stehen und diesen scheint so eine Streicheleinheit ganz angenehm zu sein. Erstaunlich auch, dass dieser Esel sich genau innerhalb seines Zaunes aufhält, obgleich er doch mit einem Schritt darüber steigen könnte.


Canakkale wirkt auf uns so gar nicht türkisch. Oder vielmehr als das, was wir unter türkisch verstehen. Gebäude, Läden und Cafes wirken sehr modern und gepflegt, in Italien oder an der Côte d´Azur sieht es auch nicht anders aus. Wir machen eine Pause und genießen den Blick auf die Dardanellen.


Ein Schiff fährt vorbei. Ähnlich wie am Bosporus gibt es hier gewaltige Ober- und Unterströmungen, die durch das niedrigere Niveau des Mittelmeers in Bewegung gehalten werden. Diese und die S-Kurve hier im Bereich von Canakkale machen die Dardanellen zu einem Unfallschwerpunkt. Man kann es gar nicht glauben, wenn man sieht, wie ruhig und scheinbar langsam die Schiffe hier vorbei kommen.



Auch wenn Troia sicherlich eine der bekanntesten Ausgrabungsstätten hier an der türkischen Küste ist, wirkt das ganze recht hintertupfig. Ein paar Stände mit recht einfachen Souveniers, das ist auch schon alles. Schön, dass noch nicht alles völlig überlaufen ist. Wir kaufen unsere Tickets und fahren weiter zum Parkplatz.



Auf den ersten Metern des Rundgangs sieht man noch kaum etwas von den Ruinen und die Ausgrabungsstätte wirkt etwas klein. Das ändert sich aber bald. Troja war beeindruckend groß und in mehreren Phasen besiedelt. Die ältesten Bauwerke wurden vor fast 5.000 Jahren errichtet.




Wenn man erst einmal etwas darüber gelesen hat, fallen einem die Unterschiede der verschiedenen Phasen auf. Ich finde man kann ganz gut die Übergänge zwischen den alten Mauern und den von den Römern darauf gesetzen Bauwerken erkennen:


Ich weiß nie, welchen Wahrscheinlichkeitsgrad solche Rekonstruktionen wie die auf der unten stehenden Tafel haben. Irgendwas wir aber wohl dran sein und demnach war Troia wirklich eine gewaltige Stadt.



Weiter geht es auf kleinen Straßen entlang der Küste durch eine wunderschöne Landschaft. Endlich erreichen wir einen Campingplatz direkt am Meer, dessen Einfachheit sich kaum noch beschreiben läßt. Bei aller Einfachheit fühle ich mich hier wohl. Ein Hotelzimmer mag komfortabler sein, dieses unmittelbare Naturerlebnis und eine Beleuchtung, die sich mit jeder Minute ändert, kann es mir nicht bieten. Hier einfach einmal ein paar Bilder:








Der Strom funktioniert sogar. Und auch die Beleuchtung, die man an dem baumelnden Schalter anmacht, was uns der Campingplatzbesitzer stolz vorführt.


Kommentare (1) -

  • Alice

    19.07.2014 23:00:21 | Antwort

    Wutz, unser Adonis!

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