Sommertour 2014

4 Wochen und 8.000 Km durch Südosteuropa

20. Juli Ein steinerner Wald

Es weht noch eine kühle Brise, als ich aus unserem Zimmer ein paar Photos mache. Mitten auf dem Land vor uns die schönsten Schotterwege. Leider haben wir zu wenig Zeit um diese zu erkunden. Der versteinerte Wald (petrified forest) im Westen der Insel war mir schon bei der Reisevorbereitung aufgefallen und wir wollten ihn unbedingt besuchen, weil wir schon von seinem Pendant auf Sardinien fasziniert waren.







Auf dem Weg nach Sigri, wo sich der Wald befindet, kommen wir durch eine wildromatische Landschaft, mal mit schroffen Felsen, mal weit und trocken wie eine Wüste.








Hier wirkt die Gegend lebensfeindlich. Es ist heiß und gleichzeitg weht ein Wind, der es schwer macht das Motorrad auf der Straße zu halten. Die letzten 15 km werden zu einem regelrechten Kampf gegen den Seitenwind. Aber, und auch hier ist wieder die Ähnlichkeit zur Wüste: In den Tälern finden sich mehr oder weniger große Oasen mit grünen Büschen und Oleandern.



Der Geopark ist gut erschlossen. Ein Rundweg führt uns von Baum zu Baum. Obwohl es eine längere Wanderung ist, merkt man die Hitze kaum. Zu faszinierend ist der Anblick der Bäume und der Landschaft. Bei einem der ersten Exemplare das wir sehen, kann man noch gut die Wurzeln erkennen. und sieht ganz deutlich Jahresringe. Später kommen noch viele weitere Bäume, bei denen man sich manchmal fragt, ob sie nicht vielleicht echt sind.


Ob diese beiden Kiefern in ein paar Millionen Jahren auch so aussehen?



Ist der nun echt oder aus Stein? Genauso könnte auch der Stamm einer abgestorbenen, vertrockneten Kiefer aussehen.


Dieses Stück liegt noch hier, wie es damals gefallen ist.



Die Größe mancher Exemplare ist beeindruckend. Dieses Exemplar hatte einen Stammumfang von acht Metern.



Und auch dieses Exemplar, das einen entfernt an die Figuren der Osterinseln erinnert, war nicht gerade klein.


Erstaunlich ist der Wind hier oben. Als gäbe es einen Schalter, bläst er einmal mit Sturmstärke und Sekunden später ist Windstille. Die Blätter der Mimose zeigen das sehr schön an. Auf alle Fälle ist der Wind heute immer heiß und trocken. Wenn zu Lebzeiten der versteinerten Bäume die klimatischen Bedingungen hier oben ähnlich waren, könnte man verstehen, dass sie nach ihrem Absterben einfach ausgetrocknet sind und dann ohne zu verrotten im Laufe der Jahrtausende die Kieselsäure aufgenommen haben und versteinert sind. Zurück in Bonn habe ich dann aber folgenden Artikel gefunden, der die richtige Erklärung über die Entstehung dieses Steinwaldes gibt.





Man könnte stundenlang durch diese abgeschiedene Gegend wandern. An jeder Stelle sieht man etwas interessantes und der Blick auf die Landschaft ist faszinierend. Unten im Tal gibt es tatsächlich so etwas wie eine kleine Oase. Etwas Grün und ein paar wilde Oleanderbüsche stehen im wunderschönen Kontrast zu den kahlen Berghängen.




Als wir am Ende des Rundgangs wieder bei den Motorrädern ankommen, fällt mir ein kleines Gebäude auf. In der kahlen Landschaft wirkt dieses Zwischending aus Ziegenstall und Hirtenhütte mit dem kleinen Kirchenmodell davor richtig malerisch.


Wir schauen auf die Uhr. Noch gut dreieinhalb Stunden bis zur Abfahrt unserer Fähre nach Thessaloniki und die Einschiffung beginnt schon eine Stunde früher. Wir müssen uns beeilen. Lesbos ist größer als man denkt und der Rückweg soll laut Navi 84 Km lang sein. Das kommt einem nicht lang vor, aber bei den vielen Kurven und bei dem Wind kommt man nicht voran. Ich sehe, wie sich auf dem Navi die angekündigte Ankunftszeit immer weiter nach hinten verschiebt und werde schon etwas unruhig. Da kommt es gerade gelegen, dass nach halber Strecke die Straße plötzlich gut ausgebaut ist und man wieder einmal mit Tempo 90 fahren kann. Wir holen wieder auf und erreichen den Hafen mit einem guten Zeitpuffer.

Jetzt aber beginnt das Warten. Kein Schiff weit und breit. "It´s a little late" wird uns gesagt, wieviel kann uns nicht gesagt werden. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommt Theofilos endlich in den Hafen eingefahren. Das Ding hat auch schon bessere Zeiten gesehen. Auch wenn hier und da der Rost schon kleine  Löcher gefressen hat, schwimmt sie doch noch immer und es beginnt eine ruhige Nachtfahrt unter einem schönen Sternenhimmel







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