Sommertour 2014

4 Wochen und 8.000 Km durch Südosteuropa

27. Juli Heute stehen drei Länder auf dem Programm

Kroatien, Slowenien und Italien. Von Sibenik eine ganz gut weite Tour. Fast 600 Km Landstraße. Mal sehen, ob ich das schaffe.

Als ich morgens aufwache, scheint noch die Sonne. In den Bergen haben sich allerdings schon riesige schwarze Wolken zusammengezogen. Zusammen mit der Wettervorhersage wird mir klar, das wir so schnell wie möglich aufbrechen müssen. Und so wecke ich Bernhard und wir beginnen zu packen. Nach 15 Minuten sind wir startbereit, aber auch die Wolken haben sich beeilt. Dennoch entschließe ich mich, es erst einmal ohne Regenzeug zu probieren. Schnell bezahlen wir, verabschieden uns und versuchen, jetzt jeder für sich, den Wolken zu entkommen.

Schon nach wenigen Minuten beginnt es zu tröpfeln. Ganz leicht nur, aber irgendwann fließt der erste Tropfen die Lederhose runter und in die Stiefel hinein. Wahrscheinlich viel schlimmer, als wenn man sofort richtig nass ist. Jedenfalls wartet man immer auf den zweiten Tropfen. Schrecklich.

Insgesamt habe ich Glück. In Zadar sind Lederjacke und Lederhose zwar klamm, aber schon auf den wenigen Kilometern bis zur Maslenica Brücke sind sie wieder trocken. Immer wieder toll die kahle, verkarstete Landschaft.




Weiter geht es über die Küstenstraße Richtung Karlobag.


Heute nach dem Regen sehen die Felsen nicht so strahlend weiß aus wie sonst, dafür umso unnahbarer und bedrohlicher. Kaum zu glauben, dass an der Westküste der Inseln alles grün ist.


Gegen Mittag erreiche ich eine nettes Gasthaus mit dem inzwischen wieder überall zu sehenden Spanferkel-Grill



Ich entscheide mich aber dennoch für Calamares vom Rost, meiner Lieblingsspeise hier in Kroatien am Meer. Danach geht es weiter und irgendwann erreiche ich erstaunlich schnell Rijeka. Die ersten 350 Km sind geschafft.

Weiter geht es nach Slowenien und kurze Zeit später bin ich schon in Italien.


Jetzt stellt sich die Frage, wie ich weiter fahre. Eine Variante wäre der Weg über Tolmezzo und die Dolomiten nach Bruneck und von dort über den Brenner nach Buching. Aber einerseits sagt der Wetterbericht nichts gutes für die Berge und ehrlich gesagt, bin ich allmählich die Kurven leid. So entscheide ich mich, heute noch zum Gardasee zu fahren und von dort auf kurzem Weg nach Hause (nach Buching). Ich fahre auf die Autobahn und gebe Gas. Kurz vor Venedig muss ich tanken. Als ich gerade den Zapfhahn in der Hand halte, sehe ich Rauch aufsteigen. Die Packtasche brennt. Sofort schiebe ich das Motorrad weg, der Tankwart löscht den Brand mit Wasser. Glück gehabt, aber trotzdem ärgerlich. Ich flicke den Schaden provisorisch mit meinem Rest Panzertape und beschließe, einen Campingplatz in der Nähe zu suchen um in Ruhe eine bessere Lösung zu finden.

Und so lande ich wieder einmal auf dem Campingplatz an der Mündung des Brentakanals in die Lagune von Venedig. Dort bin ich schon öfter mit dem Paddelboot gewesen und als sie mich bei der Anmeldung im Computer entdecken, bekomme ich Rabatt. Der Campingplatz ist nicht wirklich schön und dazu voll von Jugendlichen. Aber der Blick von der Promenade am Campingplatz auf das abendliche Venedig ist immer wieder toll. Ich kaufe neues Panzertape und nutze den Rest des Abends für die Reparatur.  Morgen früh kann es weiter gehen.


Für alle Motorradfahrer aber doch noch ein letztes Bild für diesen Tag. Als ich vor meinem Zelt sitze, kommen zwei lärmende Motorräder gefahren. Eine davon eine alte 2V-Boxer mit unglaublich lärmenden Auspüffen. Noch erstaunter aber bin ich, als mir erzählt wird, der Auspuff wäre vom TÜV abgenommen und eingetragen.

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