Sommertour 2014

4 Wochen und 8.000 Km durch Südosteuropa

Wir sind wieder da. Rückblick

Wir sind weit gefahren und haben vieles gesehen. Deutschland - Österreich - Ungarn - Rumänien - Bulgarien - Türkei - Griechenland - Albanien - Makedonien - Montenegro - Bosnien&Herzegowina - Kroatien - Slowenien - Italien. 

14 Länder die stellvertretend für die Vielfalt Europas sind. Und für Grenzen, die immer überflüssiger werden. Längst kommuniziert, reist, arbeitet, wohnt, studiert man über all diese Grenzen hinweg. Ich hoffe, dass die Menschen und die Politik das erkannt haben und die EU weiter so schnell wächst wie in den vergangenen Jahren. Damit ginge mein Traum in Erfüllung: Ein Europa ohne Grenzen.

Es ist aber auch ein Europa mit gewaltigen kulturellen Unterschieden und ganz unterschiedlicher wirtschaftlicher Entwicklung. Für mich waren diese Unterschiede dennoch ganz anders, als ich sie erwartet hätte. Wenn man nur Berichte aus Medien und Internet interpretiert, bekommt man nicht den gleichen Eindruck, als wenn man alles mit eigenen Augen gesehen hat. Nur ein Beispiel: Rumänien und Bulgarien habe ich immer in einen gemeinsamen Topf getan. Post-kommunistische Staaten am süd-östlichen Ende Europas, zwischen denen man vom Landschaftsbild, von den Städten, von der Wirtschaft, von den Menschen und von vielem mehr kaum einen Unterschied bemerkt. Mit unserem eingeschränkten Blick auf Schwarzarbeit und überfüllte Kleinbusse mag man durchaus zu diesem Schluss kommen. Denn wir beobachten in unserer Umgebung und mit unseren Augen. In Wirklichkeit unterscheiden die beiden Länder sich gewaltig und weder in dem einen, noch in dem anderen traf der Eindruck zu, den hier manch einer aus Stammtischgesprächen oder durch Beobachtung der Kleinbusse hat.

Dieses Beobachten und Erkennen hat die Reise so interessant gemacht. Meist waren es die Kleinigkeiten, die mir mehr Aufschluss über das Land gaben als die bekannten touristischen Highlights. Von Albanien wusste ich zu Beginn unserer Reise so gut wie nichts. Wenn man dann gleich im ersten Ort Kirche und Moschee direkt nebeneinander sieht, bekommt man das Gefühl, dass hier Religion wesentlich toleranter gelebt wird, als anderswo auf der Welt. Als ich dann zu Hause im Internet recherchierte, fand ich heraus, dass Albanien tatsächlich ein Musterbeispiel für religiöse Toleranz und für das Miteinander der verschiedenen Bevölkerungsgruppen ist.

So könnte man hier Beobachtung an Beobachtung aneinander reihen und interpretieren. Das möchte ich an dieser Stelle nicht tun. In diesem Blog habe ich einfach Tag für Tag beschrieben, was wir erlebt haben. In der ersten Hälfte habe ich jeden Abend einen Bericht gebracht, später dann durch die vielen Pannen und die schlechten Internetverbindungen musste ich das auf's Ende des Urlaubs verschieben. Zusammen mit den Bildern gibt es einen Eindruck dessen, was wir gesehen haben. Natürlich ist das nicht alles, aber schon verdammt viel. Bleibt dennoch kritisch bei euren Rückschlüssen. Wenn die Bilder aus Thessaloniki eine prachtvolle Stadt präsentieren, heißt das noch lange nicht, dass es in dieser Millionenmetropole nicht auch viele Menschen gibt, die durch die Krise von dieser Pracht ausgeschlossen wurden und sich vielleicht nie davon erholen. Ich weiß es schlichtweg nicht und jeder von euch sollte die Chance nutzen, sich durch reisen sein eigenes Bild zu machen.

Wir waren fast vier Wochen unterwegs. Eine lange Zeit. Aber dennoch mussten wir vieles von dem weg lassen, was wir geplant hatten. Noch viel mehr Dinge konnten wir nicht mit der ausreichenden Muße betrachten und im Detail erkunden. Sollte einer von Euch auf den Gedanken kommen eine ähnliche Fahrt zu machen, so kann ich ihm nur empfehlen mehr Zeit einzuplanen oder die Fahrt auf mehrere Touren zu verteilen. Ich habe mir jedenfalls zwei Dinge ganz fest vorgenommen: In Rumänien noch einmal die schönen alten Städte zu besuchen und die Transalpina zu befahren sowie in Albanien die vielen kleinen Schotterstraßen mit der Enduro zu erkunden solange sie noch da sind.

Noch ein technischer Hinweis: So ein Blog hat die Eigenschaft, dass immer die neuesten Artikel sichtbar sind. Man liest also praktisch rückwärts. Ich könnte das mit einigem Aufwand ändern, indem ich für jeden Artikel händisch ein neues Datum vergeben würde. Ich habe mich dagegen entschieden, um den Character eines Blogs zu wahren. Dafür habe ich euch im Artikel "Kleines Inhaltsverzeichnis der Reise" eine Übersicht aufgebaut, wo ihr auf den jeweiligen Tag klicken könnt, der dann in einem neuen Fenster aufgeht.

So, nun viel Spaß beim Lesen,
Klaus



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